Rotkehlchen
(Erithacus rubecula)

Rotkehlchen

Größe: 14 cm
Gewicht: 15 - 20g
Flügelspannweite: 22 cm
Schnabel: Unter Schnabelform
Bruten: 2 Jahresbruten
Brutzeit: April bis Juli
Anzahl der Eier: 5-7
Brutdauer: 14 Tage
Nestlingsdauer: 14 Tage
Nahrung: Insekten, Spinnen, Würmern, Larven, Schnecken,
Alter: 3 - 6 Jahre
Liste der Feinde: Katzen, Falken, Sperber, Elster, Wiesel, Mensch

Gesicht, Kehle und Brustlatz des Rotkehlchens sind orangerot. Die Oberseite ist bräunlich bis olivebraun. Unterhalb der roten Brust wird das Gefieder heller. Es hat eine schmale, gelbliche Flügelbinde, große Knopfaugen und lange, dünne Beine. Wenn das Rotkehlchen nicht gerade sein Gefieder aufplustert, wirkt es schlank und geschmeidig. Meistens ist der kleine Vogel mit hängenden Flügeln hüpfend auf dem Boden zu beobachten. Männchen und Weibchen sind aufgrund ihres ähnlichen Aussehens kaum zu unterscheiden. Das Gefieder der Jungvögel ist sowohl an der Unter- als auch an der Oberseite grob gefleckt. Da ihnen noch der rote Brustlatz fehlt, werden sie selten erkannt.

Sobald sie im Alter von einem Jahr geschlechtsreif sind, beginnt die Balz häufig schon im Dezember oder Januar. Das Nest wird meistens in das vorab vom Männchen besetzte Revier gebaut. Diese Arbeit übernimmt ausschließlich das Weibchen, während das Männchen durch deutliches Präsentieren der roten Brust und falls nötig auch durch mutige Angriffe das Revier verteidigt. Bevorzugte Nistplätze sind dichtes Buschwerk in Gärten und Parkanlagen, Falllaub, Reisighaufen, Holstapel und niedrig hängende Halbhöhlen-Nistkästen, in denen das Nest sorgfältig versteckt wird. Auch zwischen Wurzeln, unter Baumstämmen oder in Erdlöchern sind die meist aus Blättern, Moosen und feinen Wurzeln und mit Haaren, Fasern und Wolle ausgepolsterten Nester zu finden. Zwischen März und Juli brüten Rotkehlchen zwei bis dreimal. Das Gelege besteht aus drei bis sieben gelblichen, rötlich-braun gefleckten Eiern, die das Weibchen alleine bebrütet. Die Jungen schlüpfen nach 12 bis 15 Tagen und verlassen bereits nach ca. zwei Wochen, in denen sie von beiden Eltern gefüttert werden, das Nest.

Der Lebensraum von Rotkehlchen erstreckt sich über fast ganz Europa. Als Lebensraum dienen deckungsreiche Wälder aber auch baum- und gebüschreiche Gärten und Parks. Dort ist es vor allem in Büschen, Hecken, im Unterholz und im Laub zu finden. Sie führen eine monogame Brutehe und zählen zu den produktiven Vogelarten. Da ihre Nester nicht nur gegen Artgenossen verteidigt werden müssen, sondern aufgrund der Bodennähe verschiedensten Nesträubern ausgesetzt sind, pflegen diese Vögel ein sehr ausgeprägtes und aggressives Revierverhalten. So kommt es oftmals zu erbitterten Kämpfen, die manchmal sogar zum Tod eines Kontrahenten führen.

Der Gesang des kleinen Vogels lässt sich weniger leicht identifizieren, als der von anderen Gartenvögeln. Charakteristisch sind die vor allem sehr hohen Töne, die er zu einer "perlend fließenden Strophe" aneinanderreiht. Ihr Lockruf ist eine kurze, harte Folge von "tick"-Rufen, das sogenannte "Schnickern", wofür das Rotkehlchen bekannt ist. Wenn Gefahr droht, warnt es mit einem kräftigen und schnell wiederholten Ticksen, das sich wie "tick-ick-ick …" anhört. Nahen sich die Angreifer aus der Luft, ist ein spitzes "tsiiih" zu hören.

Rotkehlchen fressen vor allem Insekten und deren Larven. Wenn diese Nahrungsquelle im Winter knapp wird, begnügen sich die kleinen Gartenvögel aber auch mit Beeren und Sämereien.

Zu den Feinden des Vogels gehören Sperber, Katzen, Ratten, Mäuse, Eichelhäher und Elstern. Auch der Mensch gehört zu seinen Feinden: Durch die Singvogeljagd in Südeuropa werden viele Rotkehlchen getötet.

Speziell gezüchtete Rotkehlchen werden auch gerne als Käfigvogel gehalten. Sie sind pflegeleichte, kluge und zutrauliche Pfleglinge. Lediglich die Vergesellschaftung mit Artgenossen ist etwas schwierig. Die Tiere waren bereits bei den Naturvölkern als Überbringer und Symbol für die Sonne sehr beliebt. In vielen Sagen und Legenden taucht das Rotkehlchen als Zeichen für "Reinheit" und das "Gute" auf.

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